Der Fachkräftemangel im Handwerk ist kein neues Phänomen — aber sein Ausmaß nimmt zu. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks blieben 2023 mehr als 250.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) prognostiziert, dass Deutschland bis 2030 in allen Berufsfeldern rund 730.000 Fachkräfte zu wenig haben wird — Bau und technische Gewerke gehören zu den am stärksten betroffenen Bereichen.
Drei strukturelle Kräfte treiben diese Entwicklung:
- Demografie: Die Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt, während kleinere Jahrgänge nachfolgen. Die Nettofluktuation beschleunigt sich bis 2032 von Jahr zu Jahr.
- Akademisierungstrend: Schulabgänger bevorzugen zunehmend ein Studium gegenüber einer Berufsausbildung. Die Zahl der Auszubildenden sank zwischen 2013 und 2023 um 11 Prozent.
- Wettbewerb um Löhne: Digital- und IT-Branchen bieten vergleichbare oder höhere Einstiegsgehälter bei gefühlt geringeren körperlichen Anforderungen und ziehen junge Talente aus dem Handwerk ab.
Die folgende Tabelle zeigt die geschätzten Engpässe nach Gewerken für 2024 und die Prognosen bis 2030 — zusammen mit den direkten Auswirkungen auf den Facility-Management-Betrieb.
Trade / Specialisation | Shortage (2024) | Projected (2030) | FM Impact |
Electricians | ~68,000 | ~95,000 | Critical — delays in maintenance & compliance checks |
Plumbers & HVAC | ~54,000 | ~80,000 | High — breakdown response time increases significantly |
Structural / Civil | ~41,000 | ~60,000 | Medium-High — renovation cycles extend by 20–35% |
Facility Technicians | ~37,000 | ~55,000 | High — multi-site FM coverage becomes unsustainable |
Painters & Finishers | ~22,000 | ~30,000 | Medium — cosmetic upkeep deferred, tenant satisfaction drops |
Quellen: ZDH, BIBB-Arbeitsmarktbericht 2023, ifo-Institut. Die Zahlen sind Schätzungen auf Basis aktueller Trends und können regional variieren.